Überschlag (ohne Handstand)

2008 September 4
by Alex

Dass ich mit Tischtennis etwas auf dem Kriegsfuß stehe, habe ich hier ja schonmal erzählt. Jetzt aber ist Gelegenheit zu erwähnen, dass ich als Jugendlicher erfolgreicher Turner im Verein meines Heimatdorfs war. Der Hammer, dass der mittlerweile sogar eine Internetseite hat. Das Dorf wird modern. Was besonders zutage tritt, brachtet man sich die Rubrik „Vorsitzende seit 1925″. [Das muss man sich nicht alles anscheuen, aber ich füge es der Vollständigkeit halber eben bei.]

So geht er, der Handstand mit Überschlag.

Wer's nachmachen will: So geht er, der perfekte Handstand mit Überschlag. Aber bitte Anlaufnehmen nicht vergessen!

Aber ich schweife ab. Zurück zum eigentlichen Thema. Turnen also. Gerne geturnt damals: Boden und Geräte. Barren, Reck, Kasten, Handstandüberschlag, Purzelbau vorwärts. So Zeug halt. Klingt seltsam, war aber so. Nun gibt es aber Dinge, die verlernt man ja glücklicherweise nie.

Und es gibt kleine Sünden, die werden nicht sofort, sondern mit genüsslicher Verzögerung bestraft. Zum Beispiel andere auszulachen. Ganz böse.

Hier in der Brückenstraße fährt die Straßenbahn. Auf der Straße, logisch. Und seitlich der Gleise befindet sich so eine kleine Spurrille. Unscheinbar. Aber da passt genau das Vorderrad eines Fahrrads hinein. Und so passiert es häufig, dass Radler links abbiegend zu gerade die Schiene passieren, dort hängen bleiben und den Abflug machen. Ich weiß, sollte man nicht drüber lachen. Ist saugefährlich. Zumal die Brückenstraße eine stark befahrene Durchgangsstraße, und so. Trotzdem sieht es echt ulkig aus.

Ich sah gestern Abend sicher auch ulkig. Eilig auf dem Weg nach Hause, weil Regen. Zu schnell links abgebogen, unkonzentriert gewesen. Schwupp in die Schienenrille geraten – und Abflug. Man hört den Großen Meister kichern ob der kleinen Betrafung meiner sonsigen Schadenfreude.

Und während wir uns in Zeitlupe betrachten wie ich den Überschlag (ohne Handstand) auf nassem Asphalt probe, erinnern wir uns endlich zurück an meine Turner-Vergangenheit beim TSV. Man sieht den kleinen Alex, wie er mutig auf die Bodenmatte zuläuft, das Trampolin nimmt, Hände nach vorn, Kopf auf die Brust und fligt, Fliegt, FLIEGT. Und sich grandios abrollt. Meisterschaft.

Wie gesagt, es gibt Dinge, die verlernt man nie.

P.S.: Danke, es geht mir gut. Danke an Peter Müller, meinen ehemaligen Turnlehrer. Und naja, mein Fahrrad muss jetzt zum Doktor. Hat sich den Lenker verstaucht.

  1. 2008 September 4

    Also ich hab ja Turnen absolut gehasst. Bääh. Bin aber jetzt durchaus froh, dass offensichtlich nicht jeder so fühlt/gefühlt hat. Denn Dein Abflug hätte sicherlich auch anders ausgehen können… Gott sei Dank kannst Du’s mit Humor nehmen.

  2. 2008 September 4
    Sven Permalink

    sportlich warste ja schon immer – auch bei dem Ausflug damals in Oaris obern auf dem Hügel bei Sacre Coeur, beri der „wilden Verfolgungsjagd nach deinem Rucksack“

  3. 2008 September 4
    Sven Permalink

    Oaris = Paris, für alle, die noch keine „Wechselstabenverbuchsler“ mit ihrer PC-Tastatur produziert haben

  4. 2008 September 4
    alex Permalink

    Paris, klar. Aber Verfolgungsjagd nach meinem Rucksack? Da kann ich mich absolut nicht mehr einnern. Klasse: Erzähl!

  5. 2008 September 5
    Sven Permalink

    Also, da gab es drei Jungs, der eine hieß Michael K, der andere Sven P. und der Dritte Alex W. Die drei waren auf Erkundungstour um besagte Kirche (da das warten auf den deutschen Lehrer Herrn T. und den französichen Lehrer Monsieur D. so langweilig war). Da dachte Herr K. so bei sich: „Schnapp ich mir doch mal den Rucksack von Herrn W. und schau mal, ober er genauso schnell ist wie ich als Basketballer“.

    Herr W. also „im gestreckten Galopp“ hinterher und auf dem Bodenpflaster seitlich weggerutscht, sich aber so gut abgefangen, dass Herr K. vor lauter Bewunderung stehen blieb und den Rucksack freiwillig zurück gab.

    Sportliche Leistung ohne sich eine Zerrung zu holen.

  6. 2008 September 5

    Mann, Mann, Mann. Was waren wir für verrückte Jungs. Das waren noch Zeiten.

  7. 2008 September 5
    Sven Permalink

    Ja, wir werden eben alle nicht jünger.

Eine Antwort schreiben

Note: You can use basic XHTML in your comments. Your email address will never be published.

Diesen Kommentar-Feed via RSS abonnieren.