Der Xavier singt wieder!

2008 September 12

Bescheidenheit war ja noch nie ein Charakterzug vom Xavier. Daher ist die neue Single „Das hat die Welt noch nicht gesehen“ auch genau so zu verstehen. Der Naidoo liefert sich mit seinen Söhnen Mannheims ein „Wettsingen in Schwetzingen“. MTV_Unplugged im Schwetzinger Rokoko-Theater. Am kommenden Donnerstag (18.) zeigt der Musiksender erstmals das komplette Konzert. Heute in einer Woche (19.) erscheint die Doppel-CD. Die wiederum liegt seit gestern auf meinem Schreibtisch. Daher schonmal meine ersten Eindrücke. Eine Annäherung. Heute die erste Hälfte: Naidoos Part. Morgen –> das gegnerische Team, die Söhne.

20.000 Meilen: Ein überraschender Einstieg. Xaviers erster großer Hit in neuem Gewand. Nur mit Gitarren und Percussions begleitet. Toll. Auch, dass sich Meer auf Yeah reimt. Ist ja auch ein tolles Lied. Werde demnächst versuchen, das nachzuspielen – mit meinen bescheidenen musikalischen Fährigkeiten, die an Alex Auer und Adax Dörsam natürlich nicht ranreichen.

Abschied nehmen: Wirkt unplugged noch trauriger als im Original. Ein erstes Highlight. Auch weil Naidoos Stimme sich der Stimmung des Songs unterordnet und der Song mit Gitarren, Bass und Percussions sehr sanft arrangiert ist. Kompliment.

Für Dich öffnen sich die Tore: Erster neuer Song von Naidoo. Unglaublich geiler Part am Flügel. Etwas verwurbelter Text über Freundschaft. Dazu rappen Azad und Cronite. Hätte man locker weglassen können, den Rap. Mich stört er. Insgesamt: Kein Hit.

Wann: Noch was Neues. Duett mit Casandra Steen, die klingt wie Yvonne Catterfeld (entscheide selbst, ob das gut ist oder nicht). Steen und Naidoo ergänzen sich jedenfalls herrlich. Gäsenhautverdacht für die zweistimmigen Parts. Naidoo fragt in dem Song: „Wann fängt das Leben an, das ich mich mit dir leben kann? Wann kommt die gold’ne Zeit nach der meine Seele dürstet und schreit?“ Böse Mächte möchten diese Liebe zerstören – „sie wollen es, doch sie können es nicht. Weil ihre Waffe an unserer Liebe zerbricht.“ Ein echter Naidoo, eben, den Ungläubige auch als Liebeslied deuten können.

Wir haben alles Gute vor uns: Ein Song aus dem Zwischenspiel/Alles für den Herrn mit orientalischem Einschlag, naja. Nadidoo dichtet auf englisch: Some things will change for the better. And yes, some things will change for the worth. I’m writing you this letter.“ Uffz. Am zum Glück ertönte dann auch ein himmlischer Chor.

Wo willst Du hin?: Gute Lieder sind nicht tot zu kriegen. Ein Hit neu arrangiert: Nur mit Harfe. Ja, mit Harfe! Andeas Vollenweider spielt die. Etwas esotherisch, aber toll gemacht. Auch wenn Naidoo sich mit der Gesangsmelodie manchmal etwas schwer zu tun scheint.

Alle Männer müssen kämpfen: Bin Parzifist und lehne diesen Song prinzipiell ab. Den kann er von mir aus der US-Army im Irak vorspielen. Und falls das ein Anti-Kriegssong sein soll muss sich gestehen, dass ich’s nicht verstehe. Pathetische Scheiße, da nützt auch das Rokoko-Theater nichts.

Führ’ mich ans Licht: Schöner Soul. Toll ausgebaut und unterfüttert mich Bläsersatz. Gelungen groovig.

Was wir alleine nicht schaffen: Das schaffen wir dann zusammen. Hymne für die Söhne, die Ritter mit rosarotem Visier, die große solidarische Musikgemeinschaft aus Mannheim. Finde ich im Original besser. Ist mir unplugged zu reduziert.

Woman in Chains: Cover. Im Original von Tears for Fears. Einer der ersten Songs, erzählt Naidoo, den er als junger Sänger eigenhändig auf einer Vierspurmaschine aufgenommen hat. Man merkt Naidoo an, wie sehr er an dem Song hängt. Unglaublich starker Gesangspart von Yvonne Betz. Deren Singerei hat mir noch nie wirklich gut gefallen. Aber hier ist sie unglaublich gut.

Ich kenne nichts (das so schön ist wie du): Am Original mag ich das Hymnische. Das geht mir unplugged zu sehr unter. Blubbert eher so vor sich hin. Schade.

Seine Straßen: Was ist das? Rumba oder Cha Cha. Herrlich. Bin gespannt auf den Konzert-Mitschnitt. Ob Naidoo da mit Yvonne Betz auf der Bühne tanzt.

Sag es laut: Naidoo endet wie er begonnen hat, mit einem sehr reduzierten Stück. Nur er am Gesang, Mathias Leber am Flügel. Der Flügel ist toll. Naidoo presst mir hier oft zu arg. Wundert mich. Normalerweise kann er das besser. Egal, das Publikum ist selbstredend begeistert. Schlussapplaus.

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