Enya? Mach’ den Scheiß aus!
Meine Liebste war gestern im Elisabethen; Infoabend für Schwangere. Nein, stop. Jubeln einstellen. Glückwunchkarten nicht losschicken. Erst weiterlesen. Auch wenn wir uns jetzt Töpfe gekauft haben, in denen sich sicherlich auch Babybrei wunderbar zubereiten ließe: WIR sind NICHT schwanger. Auch wenn das an anderer Stelle [--> Stillschweigen] schon vermutet wurde und in der Familie [--> Willst du so enden wie Hermann?] sicher begrüßt würde.
Meine Liebste war mit Anne da. Darf ich schreiben, dass Anne schwanger ist? Ja, denke schon. Ihre Familie weiß es und Anne liest meinen Blog eh nicht [stimmt's?].
Gut die Teilnahme an der Aufklärungsveranstaltung im Elisabethen zum Thema Dammbrüche und Wehengymnastik war also rein unterstützend. Verstanden soweit. Was meinen Schatz – und im Nachhinein auch mich – aber begeistert hat, ist eine kleine Nebeninfo: Wehende Frau darf in den Kreissaal des Elisabethen ihre eigene Musik mitbringen!
Das bringt mich dazu, über eines der großen Mysterien der Männerwelt nachzudenken: Zu welcher Musik werden wohl die meisten Frauen gebähren? Frei raus: Ich denke es ist Enya. Das beruhigt Frau sicher. Vielleicht „Wild Child“. Aber ob das tatsächlich die richtige Musik ist, einen neuen Erdenbewohner willkommen zu heißen. Ich denke nein. Aber immerhin: Wenn Kind schon guten Geschmack beweist, schreit es, sobald es seinen ersten Schnaufer tut: Wähhh, macht den Scheiß aus! Das hält man ja nicht aus hier. Will wieder zurück.
Bildungsbürgerliche Eltern werden wahrscheinlich eher Mozart wählen. Dessen Musik soll da die Hirnaktivität anregen. Und man kann ja heute nicht früh genung damit anfangen, sein Kind auf ein Studium vorzubreiten. Das mit der kleinen Nachtmusik wird sich in den kommenden Monaten dann im Übrigen als bitterer Running-Gag etablieren. Wenn klein Kind die Eltern nachts mit seiner plärrenden Nachmusik nicht schlafen lässt. Aber das nur am Rande.
Meine Liebste meint aber, Enya wäre gar nicht so schlecht. Dann würde sie sich zumindest beeilen mit dem Gebähren. Hauptsache, sie kommt aus dieser schlechten Disko raus.
Was nun aber sind die wirklichen Songs, mit denen man sein Kind begrüßen sollte? Wahrscheinlich werden sich diese ersten Melodien auf Erden ganz tief im Unterbewusstsein festsetzen. Keine Ahnung, was Freud dazu sagen würde.
Meine Top-Five:
1. Come as you are von Nirvana
2. Cry Baby Cry von den Beatles
3. Everybody hurts von R.E.M.
4. Forget about the future von Sting
5. Den anderen Weg von Stoppok
Also, lasst Euch sagen, auch wenn ihr – wenn es denn dann mal der Fall sein sollte – euch extra eine CD mit Euren Lieblingstiteln —- halt stopp —- also, wenn Du Deiner Liebsten eine CD mit ihren Liebslingstiteln zusammen stellst (so ist es richtig), ist es durchaus möglich, dass diese (selbstverständlich mit viel Liebe erstellte CD) nicht zum Einsatz kommt, weil „das Kind schneller ist“. Ob dies nun bedeutet, dass dem Kind die Musik schon beim zusammenstellen nicht gefallen hat, kann ich nicht beantworten, mein Jüngster kann nämlich noch nicht reden (eigentlich auch klar nach 9 Wochen)
Enya???? Fast noch schlimmer als die erwähnten Dammbrüche…
DifferentStars
PS: Hab noch keine Erfahrung in solchen Dingen – würde aber wahrscheinlich so laut schreien, dass die Musik im Hintergrund eh nicht mehr zu hören ist
Gutes Argument mit dem lauten Schreien. Habe mich im Übrigen belehren lassen. Es sind keine Dammbrüche (die können Fußballern widerfahren, die mit gespreizten Beinen an Torpfosten hängen bleiben, ums mal zu verbildlichen). Bei der Geburt geht es eher um Dammschnitte. Will aber auch eigentlich niemand, glaub’ ich. Soviel nur zur Korrektur.