Der Hype und die Rouladen
Okay, ich gebe zu: Was Konzerte anbelangt, bin ich etwas verwöhnt. Als Pressefuzzi bekommt man ja meist freien Eintritt, muss sich nicht lange anstellen, kann kommen kurz bevors losgeht, weil die Karten ja an der Abendkasse liegen. Daher hasse ich es auch, dann tatsächlich warten zu müssen, bis die Band endlich mal loslegt. Und ich hasse es, dann ganz hinten stehen zu müssen, wo ich nix sehe. Letzteres lässt sich allerdings selten vermeiden, weshalb ich mit leben kann.
Ich muss das vorweg schicken, damit klar wird, wie’s uns gestern Abend ging, als der Hype da war. Und wir dabei, klar. Hatte ich –> hier ja schon angekündigt. Doch auch auf die Gefahr hin, dass ich jetzt von allen Fans, die keine Karten mehr bekommen haben, verflucht werde: Lange geblieben sind wir nicht. Was mehrere Gründe hatte.
- hatte sich bis 22 Uhr, bis es dann mal losging, schon einige Müdigkeit breit gemacht, auch aufgrund eines umfangreich-fleischigen Mittagessen, das noch immer zu verdauen war;
- lagen uns eben diese Rouladen noch schwer im Magen, was mit der extrem abgestandenen Luft im Kozertsaal nur schwer in Einklang zu bringen war;
- war ich eindeutig zu dick angezogen für die Masse an fremden Körpern, die sich da gezwungenermaßen an mich drückten, nachdem wir uns etwas noch vorn gekämpft hatten;
- das erste Lied war gerade gespielt, da drängeln sich die zwei einzigen Zwei-Meter-Menschen, die überhaupt Karten bekommen haben, von der Seite rein und stellen sich – natürlich – uns direkt in den Weg;
- müssen nur Taube im Publikum gewesen sein. Nicht anders ist zu erklären, warum die Band ihre Boxen so hochgedreht hatten, als würde es ihnen nicht genügen die 550 Menschen in diesem kleinen Saal zu beschallen, sondern als hätte sie es sich zur Aufgabe gemacht, die ganze Stadt zu missionieren;
- ist das eindeutig Negativste am Karlstorbahnhof, dass es im Vorraum an der Bar so ungemütlich zugig ist, dass man sich da auch nicht lange aufhalten will – obwohl man da gut was von der Musik mitbekommt.
Also kam’s wie es kommen musste: Wir sind früher gegangen. Kann also nicht wirklich sagen, wie’s war. Außer eben zu warm, zu stickig und zu laut. Aber wahrscheinlich war’s grandios und ich bin einfach nur zu alt für sowas, schnief. Kleinen Eindruck vom Katoba-Konzert gibt’s in der Tube.
Cool ich hab das Video gemacht. Ich hoffe ich war nicht auch noch einer von den Zwei-Meter-Menschen!!
Nee, keine Sorge, du warst keiner der Zwei-Meter-Menschen. Wenn ich dein Video richtig auswerte (wow, auswerten, das klingt nach CIA), dann warst du im Graben. Ich stand oben linkns neben dem Mischpult.
na dann bin ich ja beruhigt!