Ausrangiert

2009 Februar 4
pixelio.de

Kindheitstraum oder Kindheitstrauma? Foto: pixelio.de

Also okay, der Traum der Kindheit ist pleite. Nein, man muss sagen: der vermeintliche Traum. Mich wundert’s echt nicht, dass Märklin Insolvenz anmelden muss. Dieses fachchinesische Geseier, das SpOn da von sich gibt, das verstehe ich zwar nicht. Und der Klaus Alrutz sieht zwar aus wie ein Bilderbuch-Modelleisenbahner, hilft mit seinem nachrichtlichen Beitrag aber auch nicht viel weiter ;-) . Dafür sach ich euch jetzt, warum der Modelleinsenbahner ausrangiert wird: Unsre Väter sind schuld. So einach ist das.

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Wenn der Björn kommt

2009 Februar 2

Ist natürlich eine einfache, aber gleichwohl geniale Idee: Einen, der sich mit seinen Popsongs bereits ins kollektive Musikgedächtnis eingraviert hat, einfach mal fragen: Was ist eigentlich Deiner Ansicht nach der perfekte Popsong? Die FR hat das heute gemacht. Mit Abba-Mastermind Björn Ulvaeus. Ein meiner Meinung nach sehr lesenswertes Gespräch.

Naja. Würde man diese Frage beispielsweise Paul McCartney stellen – ich bin fast sicher, er würde einen seiner Songs nennen. Womöglich Yesterday. Womöglich Hey Jude. Lustig und respektabel fände ich es, wenn er John Lennons Imagine ehren würde. Aber soweit wird es wohl nie kommen, denke ich.

Abba-Björn wiederum ist ganz bescheiden und sagt nur zwischen den Zeilen, dass er mit Mamma Mia und S.O.S. ganz zufrieden ist. Als den besten Pop-Song empfindet er aber: „When You Walk In The Room“ von Jackie DeShannon. Das ist umso erstaunlicher, wenn man sich das dazugehörige Filmchen in der Tube anschaut.

Und da macht’s klack

2009 Januar 30

Heute ist anscheinend wieder ein Tag starker Hirnaktivität. Liegt vielleicht am Wetter, keine Ahnung. Da macht’s klick, klack, zack. Und da muss man aufpassen. Höllisch. Also jetzt: Beim Stöbern entdecke ich eine schöne Seite von Martin, der schreibt, wie er ein Buch schreibt und damit erfolgreich werden will. Schöne Sache: Lesebefehl!

Jedenfalls ist der Martin – klick – kürzlich über meine Besprechung von Benedict Wells „Becks letzter Sommer“ gestolpert. Worüber ich wiederum eben drüber gestolpert bin. Und ein paar Tage später schreibt Martin, dass schreibende Männer extrem gut bei Frauen ankommen. Also statistisch betrachtet. Unter diesen Umständen macht’s bei mir natürlich Klack, denn Benedict Wells hat wiederum mir im Interview das genaue Gegenteil gesagt: Wie sehr Frauen angeödet sind, wenn er wieder mit seinem „Ich schreibe gerade ein Buch“-Spruch kam. Jedenfalls denke ich, hoppla, das Interview hab ich zwar bereits – in gekürzter Fassung – in meinem Hausblatt veröffentlicht. Aber könnte ich ja hier auch in voller Länge locker reinstellen.

Wer Lust hat, klicke weiter …

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Die Sache mit dem Strohhalm

2009 Januar 28

Auf der Homepage der Capri Sonne, die vor 40 Jahren über der Kinderwelt aufging und seither scheint und scheint und schein und scheint, findet sich ein Kapitel „So kommt Capri Sonne in die Tüte“. Viel interessanter ist aber: Wie kommt sie da wieder raus. Dies hat schon Generationen grobmotorischer Kinder Schweißperlen auf die Stirn und Tränen in die Augen getrieben. Ich bin, das gebe ich hier gerne zu, eines von ihnen.

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Schleife im Hirn

2009 Januar 21

Es gibt so Nächte, da wache ich aus unerfindlichen Gründen auf – mit Textfragmengten und Melodien im Kopf. Und dann muss ich diese zwei, drei Zeilen wie in einer Dauerschleife vor mich hinsingen. Nein, gerne mache ich das nicht. Ich hasse das. Und weil ich diese Musikschleife im Hirn hasse, rege ich mich so über mich selbst auf – und kann über diese Aufregung nicht mehr einschlafen. Also liege ich wach, bestimmt ne halbe Stunde [was sich um 4 uhr nachts wie drei Stunden anfühlt] und singe mental vor mich hin. Ahhhhh!

Heute Nacht war es wieder soweit. Nur ich wusste nicht: Was ist das überhaupt für ein Song? Wo hast du den denn verdammt nochmal her? Eben mach ich meinen Blog auf und es fällt mir wie Schuppen vom Stern: ”… you don’t know how beautiful you are …”

Hat offensichtlich extrem lange vorgehalten, mein Musikfrühstück von gestern. Was mir in erschrechender Weise vor Ohr führt, wie perfide moderne Popmusik funktioniert. Gräbt sich wie ein Wurm in dein Hirn und du merkst es erst, wenn’s zu spät ist. Vermutlich haben die da wieder was rückwärts aufgenommen und unter die Musik gemischt. U2 machen jetzt auf Aleister Crowley. Das hörst du eine paar mal und kannst dann gar nicht anders, als in den nächsten Plattenladen laufen und dir die Platte kaufen. Werden immer perfider die Tricks der Musikindustrie. Pfui Teufel.

Bono verfrühstückt

2009 Januar 20

Und weil wir gerade dabei sind: nochwas Neues aus der großen weiten Musikwelt, das mich heute früh begeistert hat. Die neue Single von U2. Get On Your Boots. So ganz pinzipiell find ich es gut, dass es was Neues von U2 gibt. Tief in mir drinnen regt sich Vorfreude.

Also hab ich mir die neue Single als Appetithäppchen mit zum Frühstück gelegt. Zwei, drei, vier Mal umgerührt. Aber Vorfreude hin oder her: irgendwie geht’s nicht an mich. Was schade ist. Der Chor im Hintergrund („… you don’t know how beautiful you are …“) erinnert mich irgendwie an die Beatles. Was mich wiederum – weil heute je ein historischer Tag ist – an Bonos Liebeserklärung gegen das BO erinnert: Ahh, you look so beautiful in the city of blinding lights. Meine Synapsen feuern heute wieder enorm. Sollte öfter früher aufstehen.

Ansonsten find’ ich den Song (jetzt bin ich wieder bei den Stiefeln) aber ziemlich inkonsistent, kleiner Gemischtwarenladen, von allem irgendwie was reingemischt. Muss man sich jeden neuen Stiefel anziehen, nur weil er passt? Bin aber sicher, der erste Eindruck wird sich bald verflüchtigen. Das Ding wird laufen und man wird sich per Dauerberieselung schon irgendwie dran gewöhnen … und am Ende sogar mitwippen. Get On Your Boots.

Ja da schau her

2009 Januar 20

Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass das ein gutes Jahr wird? Nein, nicht weil heute Barack Obama inauguriert wird, was für mich – ich sag’s mal ganz unprätentiös – eher nach Ferran Adria oder Juan Amador klingt als nach Politik. Und Bild sei dank, weiß ich jetzt ja auch, dass das BO die Welt vermutlich auch nicht wird retten können. Schade, eigentlich.

Nein, nein, die Polit-Party heute wird eindeutig überschattet von Jan Plewka. Wie? Kennt keiner mehr? Jetzt mach aber mal ‘nen Punkt. Selig! Hallo! Klingelt’s jetzt? Deutsche Rockband aus Mitte der 90er und mit abschließenden Drogenproblemen. Wenn jetzt nicht die Sirenen bei dir angehen, dann schau’ halt nachher den Obama. Wird bestimmt grooooßartig. Nee, wirklich jetzt.

Alle machen mal bitte Schau Schau und freu freu auf und über neue Homepage (klasse!), neue Single (noch klasser!) und ganzes Album kommt auch noch (wow!). Yipp. Zehn Jahre nach Ende wieder ein Anfang. Wenn das nicht ein gutes Zeichen für’s angehende Krisenjahr 2009 ist. Sag ich doch. Keine Band wird jetzt dringender benötigt!

Ach ja, wenn der Begriff  „historisch“ in letzter Zeit nicht ebenso inflationär verwendet worden wäre, wie die Wendung „etw. wird in letzer Zeit inflationär verwendet“, würde ich Seligs Comeback als „historisch“ bezeichnen. Aber, wie gesagt. Derweil freue ich mich einfach und drück’ auf dem Oldschool-Kasettenrokorder nochmal auf START.

Papa-TV

2009 Januar 18
von Alex

Wer bislang noch gezweifelt haben sollte, dass das Internet das Medium der Zukunft ist, der sollte sich jetzt eines Besseren belehren lassen. Denn wenn sogar der Vatikan gemerkt hat, dass die Stunde geschlagen hat, dann hat hat sie ja meist tatsächlich längst geschlagen. 

Und so eben auch jetzt. Der Papst hat eine Vereinbarung mit Google getroffen. Originaltexte, Fotos, kurze Videos und Notizen von und
über Papst Benedikt XVI. sollen künftig direkt im Internet zugänglich
sein. Der Vatikan-Fernsehens CTV und Radio Vatikan sind auch mit dabei. Der Vatikan will bei Google einen eigenen TV-Kanal einrichten, schreibt zumindest die römische Tageszeitung „La Repubblica“.

Jetzt bin ich aber mal gespannt, wann der Papst bei „Wer kennt wen?“ auftaucht oder bei StudiVZ die Gruppe „Benedicts Ministranten“  „Benedicts Freunde“ eröffnet.

Die Sandwich-Airline

2009 Januar 7

Das Marokko-Tagebuch, Epilog

Hart gelandet. Frankfurt/Main des nachts. Draußen Schnee. Temperatursturz, 40 Grad. Fühle mich wie ein altes Toastbrot. Was vor allem an der ausgewogenen Ernährung in den zurückliegenden Stunden liegt.

Abflug in Casablanca. Noch Zeit bis Einchecken. Unsere letzten Dirham investieren wir in was zu Essen. Ich nehme ein Käse-Sandwich, wenn auch mit 4 Euro und wenig Belag völlig überteuert.

Zwei Stunden später. Die freundliche Saftschupse serviert einen kurz über Gibraltar einen kleinen Snack: ein Sandwich. Jetzt mit kaltem Roastbeef.

Kurze Zwischenlandung in Lissabon. Dann geht’s weiter. Irgendwo über Frankreich serviert die freundliche Saftschupse einen kleinen Snack: ein Sandwich. Jetzt mit warmem Fleichkäse. Mache das perfekt und bestelle mir Alkohol dazu. Fühle aber, wie ich von innen raus zum Brötchen werde.  Echt klasse diese TAP Portugal, die Sandwich-Airline. Immerhin: Beinfreiheit ist okay, sodass man sich wenigstens sitzend nicht wie ein zusammengeknautschtes Stück Brot vorkommen muss.

Fast wie bei Erich

2009 Januar 6

Das Marokko-Tagebuch, Tag 12

Hotel „Astrid“, Casablanca. Schon der Name ist skrurril. Das maroc interieur erst recht. Schwere Möbel, Plastikblumen, orange bemalte Türrahmen und graue Telefone mit – Achtung! – Wählscheibe. Sick! Hier hat anscheinend Erich Honecker gerne Urlaub gemacht. Obwohl, dann würde das Hotel sicher „Margot“ heißen. Jedenfalls fühlt man sich irgendwie zurückgebeamt. Das taxi, das uns für Richtung Flughafen abholt, ist immerhin ein Mercedes, kein Trabi.